Movement Preps – die Kampfansage gegen Bewegungsmangel
Wir bewegen uns zu wenig und sitzen zu viel. Schließlich verbringen wir durchschnittlich 11,5 Stunden des Tages mit sitzenden Tätigkeiten. Dass wir dadurch bestimmte Muskeln oft tagelang nicht ansteuern, führt zu Funktionseinschränkungen und langfristig sogar zu echten Bewegungsverlusten. Was wir bereits in unseren Bootcamps nutzen, hilft auch zu Hause: Movement Preps.
📌 Auf einen Blick
Wie helfen Movement Preps gegen den täglichen Bewegungsmangel? Movement Preps reaktivieren gezielt Muskeln, die durch langes Sitzen im Alltag verkümmern, und bereiten Gelenke optimal auf Belastungen vor. Unser Guide zeigt die 9 besten Übungen für Mobilität und Stabilität, die sich perfekt in das Warm-up oder aktive Pausen integrieren lassen. Wer diese Bewegungsvorbereitung im Alltag oder vor dem Sport nutzt, steigert die Leistungsfähigkeit und beugt Schmerzen effektiv vor – ein Prinzip, das wir auch bei Original Bootcamp für maximale Trainingserfolge einsetzen.
Inhaltsverzeichnis
Klaus im Büro – ein alltägliches Dilemma
Stellen wir uns eine typische Bürokraft vor:
Klaus arbeitet in einer Computerfirma und verbringt den Tag sitzend vor dem Rechner. Abends fährt er mit dem Auto nach Hause und entspannt auf der Couch. Klaus hat eine Fünftagewoche und bearbeitet auch am Wochenende E-Mails.
Es kann sein, dass Klaus in der gesamten Woche nicht einmal effektiv seinen großen Gesäßmuskel aktiviert. Er braucht diesen Gesäßmuskel zwar zum Aufstehen und Gehen. Dies geschieht jedoch eher beiläufig und nicht als bewusste Aktivierung.
Als Klaus sich im Fitnessstudio an seine ersten Kniebeugen wagt, zeigt sich das Problem: Sein Gesäßmuskel war die ganze Woche über inaktiv. Klaus kann sein Gesäß nicht aktiv ansteuern, da ihm die motorische Kontrolle fehlt. Der Muskel arbeitet nicht richtig mit. Seine Kniebeugenleistung bleibt schwach. Wahrscheinlich klagt er bald über Schmerzen in den Knien und verliert den Spaß am Sport.
⏰ Klaus‘ typischer Tag – Sitzen vs. Bewegen
Durchschnittswerte eines Büroarbeitstages – 11,5 Stunden im Sitzen bedeuten: Viele Muskelgruppen werden kaum oder gar nicht aktiviert.
Der Bewegungsdrang unseres Körpers
Unser gesamter Körper ist auf Bewegung ausgerichtet. Wenn wir unsere vielseitigen Bewegungsfähigkeiten nicht nutzen, verlieren wir sie mit der Zeit. Eingeschränkte Hüftmobilität wird dann oft durch die Knie ausgeglichen, was Schmerzen verursacht. Eine fehlende Muskelaktivierung birgt zudem ein hohes Verletzungspotenzial im Sport und Alltag. Muskuläre Ungleichgewichte führen langfristig zu Haltungsschäden oder problematischen Spannungsverhältnissen in passiven Strukturen wie Knochen und Bändern.

Was passiert bei chronischem Bewegungsmangel?
Neben Risiken wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Übergewicht verlangsamt Bewegungsmangel die nervale Erregung. Jede Bewegung wird über nervale Reize an den Verbindungsstellen der Nerven gesteuert. Diese Verbindungsstellen heißen Synapsen. Wenn wir Gelenke nie in Endpositionen bringen, baut der Körper ungenutzte Nervenfasern rigoros ab. Für Muskeln gilt dasselbe Prinzip: Was der Körper nicht nutzt, baut er ab. Die Folgen sind gravierend:
- ❌ Die motorische Kontrolle nimmt kognitiv und muskulär ab.
- ❌ Die Reaktions- und Kontraktionsgeschwindigkeit sinkt.
- ❌ Die körperliche Leistungsfähigkeit schrumpft.
- ❌ Die Verletzungsgefahr im Alltag und beim Training steigt.
Wie Movement Preps helfen können
Movement Preps sind vorbereitende Übungen aus simplen Bewegungsabläufen. Sie reaktivieren eingeschlafene Muskeln und eignen sich perfekt als Teil des Warm-ups oder für aktive Bewegungspausen.
Die Übungen trainieren die Stabilität und Beweglichkeit spürbar. Sie aktivieren die stabilisierende Muskulatur rund um die Gelenke in der Endstellung. Zudem erhöhen sie kurzfristig die Herzfrequenz und Körperkerntemperatur, was die Durchblutung fördert. Durch den Aufbau von Synapsen beschleunigen sie die Signalübertragung der Nerven. Das Ergebnis ist eine bessere motorische Kontrolle, eine gesteigte Leistungsfähigkeit und eine verringerte Verletzungsgefahr.
Das Beste daran: Du brauchst nur wenige Minuten. Die aktivierte Muskulatur bleibt danach noch stundenlang „angeschaltet“. Es lohnt sich also, die Theorie direkt in die Praxis umzusetzen.
🔄 Ohne vs. mit Movement Preps
Wenige Minuten Bewegungsvorbereitung – stundenlang aktivierte Muskulatur.
9 Movement Preps, die du kennen und nutzen solltest
Wenn du noch nie mit Movement Preps gearbeitet hast, wird sich das Aufwärmen zunächst anstrengend anfühlen. Dein Körper gewöhnt sich jedoch schnell an die neuen Bewegungsmuster.
1. Lateral Hip Rotation
- Ziel: Aktivierung der Bauchmuskulatur, Mobilisierung der Wirbelsäule und der Hüfte.
- Ausgangsposition: Rückenlage, die Arme seitlich ausgestreckt am Boden. Knie und Füße sind angehoben, jeweils im 90-Grad-Winkel in Hüfte und Knien.
- Ausführung: Senke die Knie ohne Winkelveränderung abwechselnd 3 bis 5 Mal kontrolliert nach links und rechts ab.
- Darauf achten: Die Schultern müssen zu jeder Zeit fest am Boden bleiben.
- Varianten: Regression: Lasse die Füße am Boden aufgestellt und lege nur die Knie seitlich ab. Progression: Führe die Übung mit komplett gestreckten Beinen aus.
2. Downward Dog
- Ziel: Aktivierung der Schultermuskulatur, Mobilisierung der Rückseite und der Sprunggelenke.
- Ausgangsposition: Vierfüßlerstand. Die Hände befinden sich unter den Schultern, die Knie unter der Hüfte. Füße hüftbreit aufstellen.
- Ausführung: Strecke Beine und Gesäß nach oben, sodass der Körper ein spitzes Zelt bildet. Drücke die Brust Richtung Boden und ziehe die Schulterblätter zusammen. Halte die Position für 3 bis 5 Sekunden, beuge die Knie kurz und wiederhole den Ablauf.
- Darauf achten: Halte den Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule. Die Beine bleiben in der Dehnung maximal gestreckt.
- Varianten: Keine nötig.
3. Reverse Lunge Twist
- Ziel: Aktivierung der Bein-, Gesäß- und Rumpfmuskulatur, Mobilisierung der Wirbelsäule.
- Ausgangsposition: Aufrechter, paralleler Stand.
- Ausführung: Mache einen Ausfallschritt nach hinten. Das vordere Knie steht über dem Fuß, das hintere Knie befindet sich knapp hinter der Hüfte. Spanne das Gesäß fest an. Hebe die Arme und lehne den Oberkörper leicht zurück. Rotiere den Rumpf weit zur Seite des vorderen Beins. Halte die Position kurz und wechsle nach 3 bis 5 Wiederholungen die Seite.
- Darauf achten: Spanne den Bauch aktiv an, um ein Hohlkreuz in der Lendenwirbelsäule zu vermeiden.
- Varianten: Regression: Verschränke die Arme vor der Brust und führe die Rotation nur mit den Ellenbogen an. Eine Progression ist bei sauberer Ausführung dieser komplexen Übung vorerst nicht notwendig.
4. Inchworm
- Ziel: Aktivierung der vorderen Muskelkette, Stabilisierung der Schultern, Mobilisierung der Beinrückseite.
- Ausgangsposition: Hüftbreiter, aufrechter Stand.
- Ausführung: Beuge dich mit gestreckten Beinen vor und setze die Hände vor den Füßen auf. Wandere mit den Händen vorwärts, bis du die Liegestützposition erreichst. Laufe anschließend mit kleinen Schritten aus den Fußgelenken nach vorne zu den Händen.
- Darauf achten: Halte die Knie während der gesamten Bewegung so gerade wie möglich.
- Varianten: Regression: Setze die Hände weiter vorne auf, falls die Flexibilität der Beinrückseite fehlt. Progression: Wandere mit den Händen über die Schulterlinie hinaus nach vorne, solange die Bauchspannung stabil bleibt.
5. World’s Greatest Stretch
- Ziel: Öffnung der Hüfte, Mobilisierung der Oberschenkel, des Rückens und der Brustwirbelsäule.
- Ausgangsposition: Aufrechter Stand.
- Ausführung: Mache einen tiefen Ausfallschritt nach links vorne. Platziere beide Hände auf der Innenseite des linken Fußes am Boden. Halte das hintere Knie in der Luft und den Rücken gerade. Rotiere nach 2 Sekunden den linken Arm weit nach oben Richtung Decke. Setze die Hand wieder ab und strecke das vordere Bein, während die Hände tief bleiben. Halte jede Position für 2 Sekunden und wechsle nach 3 bis 5 Wiederholungen die Seite.
- Darauf achten: Das hintere Knie darf während der Hüftdehnung den Boden nicht berühren.
- Varianten: Keine nötig.
6. Side Lunges
- Ziel: Aktivierung der Oberschenkelvorderseite und des Gesäßes, Dehnung der Oberschenkelinnenseite.
- Ausgangsposition: Hüftbreiter Stand, Zehen zeigen nach vorne.
- Ausführung: Mache einen weiten Ausfallschritt zur Seite. Beuge das Knie des aktiven Beins maximal, während das andere Bein völlig gestreckt bleibt. Führe 3 bis 5 Wiederholungen pro Seite aus.
- Darauf achten: Beide Fersen bleiben flach am Boden. Der Rumpf wird möglichst aufrecht gehalten.
- Varianten: Führe die Bewegung im direkten Wechsel aus oder absolviere alle Wiederholungen auf einer Seite, bevor du wechselst.
7. Twisted Lunge
- Ziel: Aktivierung der Oberschenkelmuskulatur, Mobilisierung der Hüfte.
- Ausgangsposition: Aufrechter, hüftbreiter Stand.
- Ausführung: Setze den linken Fuß diagonal nach hinten innen. Beuge beide Knie, bis sie einen 90-Grad-Winkel bilden, und schiebe das Gesäß nach hinten unten. Drücke dich kontrolliert in den Stand zurück.
- Darauf achten: Halte die Bauchmuskeln aktiv gespannt, um ein Hohlkreuz zu vermeiden.
- Varianten: Regression: Nutze ein an einer Türklinke befestigtes Fitnessband zur Stabilisierung deines Gleichgewichts. Progression: Ziehe das hintere Bein beim Aufrichten direkt flüssig nach vorne in einen kontrollierten Kick.
8. Die Standwaage
- Ziel: Aktivierung der stabilisierenden Fuß- und Beinmuskulatur, Dehnung der Hüft- und Oberschenkelrückseite.
- Ausgangsposition: Hüftbreiter Stand.
- Ausführung: Kippe den geraden Oberkörper langsam nach vorne und strecke gleichzeitig ein Bein gerade nach hinten aus. Arme nach vorne strecken oder vor der Brust verschränken. Halte die Position kurz und kehre kontrolliert zurück. 3 bis 5 Wiederholungen pro Seite.
- Darauf achten: Die Hüfte darf nicht aufdrehen. Lass die Fußspitze des schwebenden Beins leicht nach innen zeigen, um die Hüfte parallel zum Boden zu halten.
- Varianten: Regression: Halte dich mit den Fingerspitzen an einer Tischkante fest, um dich voll auf die Hüftposition zu konzentrieren.
9. Der Sumo Squat
- Ziel: Aktivierung von Gesäß und Rumpf, Mobilisierung von Hüfte, Sprunggelenken und Brustwirbelsäule.
- Ausgangsposition: Etwas breiter als hüftbreiter Stand.
- Ausführung: Strecke die Arme über den Kopf zu einem V. Beuge den Oberkörper mit gestreckten Beinen vor und greife unter die Zehenspitzen. Senke das Gesäß in eine tiefe Hocke ab, richte den Oberkörper auf und schaue nach vorne. Löse nacheinander die Arme in die V-Halte und drücke dich aus der Kraft der Beine aufrecht in den Stand.
- Darauf achten: Der Rücken muss in der Hocke komplett gerade bleiben.
- Varianten: Diese Übung erfordert viel Geduld. Wenn dir die Hüft- oder Knöchelmobilität fehlt, gehe nur so tief runter, wie es mit flachen Fersen und geradem Rücken möglich ist.
🎯 9 Movement Preps – Welche Körperregion wird aktiviert?
| Übung | Schwerpunkt | Hauptziel |
|---|---|---|
| 1. Lateral Hip Rotation | Hüfte / Rumpf | Mobilität + Aktivierung |
| 2. Downward Dog | Schultern / Rückseite | Mobilität + Aktivierung |
| 3. Reverse Lunge Twist | Beine / Rumpf / Gesäß | Aktivierung + Mobilität |
| 4. Inchworm | Vordere Kette / Schultern | Stabilität + Mobilität |
| 5. World’s Greatest Stretch | Hüfte / Brustwirbelsäule | Mobilität + Dehnung |
| 6. Side Lunges | Oberschenkel / Gesäß | Aktivierung + Dehnung |
| 7. Twisted Lunge | Oberschenkel / Hüfte | Aktivierung + Mobilität |
| 8. Standwaage | Fuß / Bein / Hüfte | Stabilität + Dehnung |
| 9. Sumo Squat | Gesäß / Rumpf / Sprunggelenke | Aktivierung + Mobilität |
Jede Übung spricht mehrere Muskelketten gleichzeitig an – die Tabelle zeigt den jeweiligen Schwerpunkt.
Mehrfachtat Movement Preps!
Movement Preps sprechen nie nur einen Muskel isoliert an. Sie aktivieren und trainieren ganze Muskelketten und erreichen damit auch die Faszien. Durch die dynamischen Richtungswechsel werden die Gewebestrukturen federnd gedehnt. Das hält die Faszien elastisch und geschmeidig. Movement Preps sind daher immer auch ein hervorragendes Faszientraining.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Movement Preps
Was genau sind Movement Preps?
Movement Preps sind spezielle, dynamische Übungen zur Bewegungsvorbereitung. Sie aktivieren die Muskulatur in maximalen Dehnungsstellungen, verbessern die Ansteuerung über das Nervensystem, erhöhen die Herzfrequenz und bereiten den Körper ganzheitlich auf anstehende sportliche Leistungen vor.
Wie unterscheiden sich Movement Preps vom klassischen Dehnen?
Im Gegensatz zum statischen Dehnen, bei dem Positionen passiv gehalten werden und der Muskeltonus sinkt, aktivieren Movement Preps die Muskulatur aktiv in ihren Endpositionen. Sie verbinden Gelenkmobilisation, Muskelkraft und Gleichgewicht, um die körperliche Leistungsfähigkeit vor dem Sport gezielt hochzufahren.
Wann und wie oft sollte man diese Übungen ausführen?
Movement Preps eignen sich ideal als Einleitung für jedes Fitnesstraining. Ebenso effektiv sind sie als kurze, fünfminütige Aktivierungseinheiten im Büroalltag, um den negativen Folgen von langem Sitzen entgegenzuwirken.
Braucht man für Movement Preps zusätzliches Equipment?
Nein, die klassischen Übungen zur Bewegungsvorbereitung beruhen auf dem Eigengewichtstraining. Lediglich für bestimmte Vereinfachungen bei Koordinationsschwierigkeiten können Hilfsmittel wie Fitnessbänder sinnvoll sein.
Quellen
- Zeit Online – Dem Sitzen entkommen
- Physiotherapie in der Orthopädie – Hüter-Becker, A. & Dölken, M. (2015)
- Core Performance: The Revolutionary Workout Program to Transform Your Body and Your Life – Verstegen, M. & Williams, P. (2004)
